Doctorat honoris causa à Lucerne

A l'occasion du Dies academicus 2013, la faculté de théologie de l'université de Lucerne a conféré le 7 novembre le doctorat honoris causa au professeur Jean-François Chiron, co-président catholique du Groupe des Dombes. 

Die Theologische Fakultät verleiht die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Jean-François Chiron, Co-Präsident der französischsprachigen Groupe de Dombes. Damit werden Chirons Verdienste im Rahmen der Arbeit der aus rund 40 reformierten und katholischen Theologinnen und Theologen bestehenden, 1937 gegründeten Gruppe gewürdigt. Deren eigenständige ökumenische Theologie findet in der Wissenschaft und in den beteiligten Kirchen grosse Anerkennung. Die Würdigung ist auch als Bekenntnis der Theologischen Fakultät zum wissenschaftlichen Studium der Ökumene auf Augenhöhe und in Teamarbeit zu verstehen.
Jean-François Chiron wurde 1956 in Paris geboren. Er ist Priester der Diözese von Chambéry seit 1984. Sein Theologiestudium absolvierte Chiron in Lyon, Rom und Paris. Seit 2005 lehrt er als Titularprofessor an der Theologischen Fakultät der katholischen Universität von Lyon; von 2006 bis 2011 stand Chiron dieser als Dekan vor. Mitglied der Groupe de Dombes ist er seit 2003; zum katholischen Co-Präsidenten wurde Jean-François Chiron 2005 gewählt.

Laudatio für Ehrendoktor Prof. Dr. François Chiron

Ihrer ureigenen Bestimmung nach ist wissenschaftliche Theologie angelegt auf Dialog und damit auf den Ausgleich von Gegensätzen. Dennoch haben historische Fügung und menschliches Unvermögen ausgerechnet zwischen Kirchen Gräben aufgerissen und Wunden geschlagen. Entstanden ist ein Bewährungsort theologischer Glaubwürdigkeit ersten Ranges - wir nennen ihn «ökumenische Theologie». Heute ehren wir einen unermüdlichen Denker auf diesem Feld: Herrn Professor François Chiron von der Theologischen Fakultät Lyon. Er ist seit 2003 Mitglied und seit 2005 Co-Präsident des «Groupe de Dombes», eines Zusammenschlusses von Gelehrten, der im Jahr 1937 aus einer Initiative reformierter und katholischer Pfarrer aus Frankreich und aus der Schweiz hervorgegangen ist. Mit der Promotion ehren und anerkennen wir die Leistungen dieser Studiengruppe im Bereich akademischer Arbeit zur Ökumene. Aus ihren jährlichen Tagungen, welche heute in der Benediktinerabtei Pradines bei Lyon stattfinden, ist eine grosse und einflussreiche Sammlung richtungsweisender wissenschaftlicher Arbeiten hervorgegangen. Sie behandeln alle entscheidenden Themen der innerchristlichen Ökumene und haben neue Wege erschlossen: zu den Diensten und Ämtern, zur Eucharistie oder zur Kirche. Das Vorwort zur Gesamtausgabe der Schriften beschreibt den hohen Anspruch, den die Mitglieder an die eigene Arbeit und an sich selbst stellen: «Telle est la vocation propre du Gruope des Dombes : rechercher, dans la prière et le dialogue, des chemins de convergence en vue de la réconciliation des Eglises, et partager le fruit de sa réflexion priante. Le Groupe s’essaie donc, avant tout à vivre ce qu’il propose: une démarche de conversion.» 

Professor Chiron stammt aus Paris und wirkte in verantwortlicher Position am Priesterseminar in Lyon. 2006 bis 2011 war er in der gleichen Stadt Dekan der Theologischen Fakultät. Sein umfangreiches wissenschaftliches Oeuvre behandelt Themen der Ekklesiologie, der Sakramententheologie und der Ökumene. Die Schriften geniessen höchste Anerkennung -bereits die Doktordissertation ist mit dem Jean-et-Maurice-de-Pange Preis ausgezeichnet worden.

Der feierliche Beschluss lautet: die Theologische Fakultät der Universität Luzern promoviert Herrn Professor Dr. Jean-François Chiron zum Doktor der Theologie honoris causa und verleiht ihm die Ehrenmitgliedschaft der Fakultät sowie das Recht, den Titel Dr. theol. h.c. zu führen.

Mit dieser Promotion würdigen wir die ökumenische Arbeit des französischsprachigen Groupe de Dombes, der in seiner Gründung auf Abbé Paul Couturier zurückgeht und dessen Wurzeln auch in der deutschsprachigen Schweiz liegen. Das Verhängnis des Zweiten Welt-krieges trennte den Studienkreis und liess die Abtei Notre-Dame des Dombes zum neuen Zentrum werden. Die Arbeit der aus rund 40 reformierten und katholischen Theologinnen und Theologen bestehenden Gruppe hat eine eigenständige ökumenische Theologie her-vorgebracht, die als «méthode de Dombes» im wissenschaftlichen Diskurs wie in den betei-ligten Kirchen grosse Anerkennung findet. Mit ihrer Hilfe ist es gelungen, seit 1937 zu allen wichtigen Themen der Ökumene entscheidende Beiträge zu leisten.

Die Theologische Fakultät Luzern anerkennt das hohe innovative Potenzial der ökumeni-schen Theologie des «Groupe de Dombes». Gleichzeitig bekennt sie sich dazu, dass wis-senschaftlich fruchtbares Studium der Ökumene auf Augenhöhe und in Teamarbeit zu leis-ten ist.

Markus Ries
Dekan der Theologischen Fakultät